Tipps
für Bücher, Filme und mehr, um sich auf Indien einzustimmen…
Bücher
Vikas Swarup: Rupien! Rupien! (Kiepenheuer & Witsch Verlag, 2007)
Vikas Swarups Roman aus dem modernen Indien – unter dem Titel “Slumdog Millionär” verfilmt und 2009 mehrfach mit dem Golden Globe ausgezeichnet.
Ram Mohammed Thomas wird verhaftet, weil er bei einer indischen Quizshow gewonnen hat. Viel Geld hat er gewonnen durch seine Antworten, zu viel Geld, wie skeptische (und neidische) Zeitgenossen finden. Denn wie soll ein 18-jähriger mittelloser Kellner aus Dubai, der als Waisenkind ohne Schulbildung aufwuchs, derart schlau geworden sein? Die Polizei wittert Betrug, genauso wie der Veranstalter, der die Aufzeichnung der Show zurückhält. Und außerdem: In einem Land des Kastenwesens, in dem arm arm und reich reich bleiben sollte, ist ein solcher Erfolg eigentlich ein Affront gegen die Gesellschaft, die bestraft werden sollte!
Vikas Swarup: Immer wieder Gandhi (Kiepenheuer & Witsch, 2010)
Nach dem Bestseller Rupien! Rupien!, der als Slumdog Millionär in der Verfilmung von Danny Boyle neben 8 Oscars alle wichtigen Filmpreise abräumte und ein Publikumsrenner wurde, erscheint nun der zweite Roman des indischen Autors. Vicky Rai, kaltblütiger Sohn des indischen Innenministers und selbst ein erfolgreicher und korrupter Unternehmer, ist erschossen worden, und das auf dem Fest, das er zur Feier seines Freispruchs schmeißt.
Aravind Adiga: Der weiße Tiger (C.H. Beck, 2008)
Balram Halwai ist ein ungewöhnlicher Ich-Erzähler: Diener, Philosoph, Unternehmer, Mörder. Im Verlauf von sieben Nächten und in der Form eines Briefes an den chinesischen Ministerpräsidenten erzählt er uns die schreckliche und zugleich faszinierende Geschichte seines Erfolges – der ihm keineswegs in die Wiege gelegt war. Balram – der “weiße Tiger” – kommt aus einem Dorf im Herzen Indiens. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Eine Geschichte voller sprühendem Witz, Spannung und fragwürdiger Moral, erzählt in einem unnachahmlichen und fesselnden Ton. Keine Saris, keine exotischen Düfte und Gewürze, keine Tabla-Musik und Maharadschas – dies ist das Indien von heute. Und mehr als das. In seiner Kritik am Sklavendasein ist es ein Angriff der dritten auf die erste Welt. Amoralisch und respektlos, anrührend und absolut zeitnah.
Amitav Gosh: Das mohnrote Meer (Heyne Verlag, 2009)
“Amitav Ghosh hat eine erstaunliche Entdeckung gemacht, die zum Angelpunkt seines Romans wird: Die Finanzkraft des britischen Kolonialreichs hing wesentlich vom Opiumhandel mit China ab. … Die Menschenverachtung, mit der die Kolonialherren ihre Untergebenen behandelten, mit der sie auch rücksichtslos Millionen von Menschen in China und Indien in die Opiumsucht trieben, wird hier so deutlich, dass einem das Blut in den Adern gefriert. … “Das mohnrote Meer” gestaltet, realistisch und spannend erzählt, ein erstaunliches Panorama bewegender Schicksale. Der Roman deckt die Quellen jener sozialen Zustände auf, an denen Indien bis heute leidet: and Klassen- und Kastendiskriminierung, an feudalistischer Mentalität, an der postkolonialen Frustration. (Martin Kämpchen, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Javier Moro: Die indische Prinzessin. Die faszinierende Lebensgeschichte der Anita Delgado (Goldmann Verlag, 2008)
Madrid, 1906. Ist es Schicksal, das den indischen Maharadscha in das Theater führt, in dem die 16-jährige Anita die Zuschauer mit ihrem Tanz verzaubert? Ein Blick auf die anmutige Andalusierin und es ist um sein Herz geschehen. Als die junge Frau sein Werben erhört, steht der indischen Märchenhochzeit nichts mehr im Wege. Doch in seinem Harem lebt sie als eine von vielen. In der Fremde wächst ihre Sehnsucht – und heimlich beginnt eine verhängnisvolle Liebe …
Helge Timmerberg: Shiva Moon. Eine Reise durch Indien (Rowohlt Tb., 2007)
Der Ganges ist Indiens Schicksalsstrom: Helge Timmerberg ist ihm gefolgt – von der Quelle im Himalaja bis zum Delta. Mit Kraft, Witz und Klarsicht erzählt er von Gottheiten, Heuchlern, Bettlern und schönen Geisterheilerinnen, von Rausch und Nüchternheit – ein hinreißendes Porträt.
„Himmel, wie ich das liebe, auf den Fluss der Menschen zu schauen, an dessen Ufer wir auf Holzkisten sitzen.“
Andreas Pröve: Erleuchtung gibt’s im nächsten Leben. Eine verrückte Reise durch Indien (Malik,2010)
Seit seiner ersten Indienreise im Rollstuhl vor 25 Jahren ist Andreas Pröve gebannt von der Spiritualität dieses Landes, in dem Götter einen Rüssel tragen, Ratten so heilig sind wie Kühe und Gurus mit ihrem Penis einen Ziegelstein anheben können. Jedes Jahr brechen Millionen Gläubige auf: Bauern und Handwerker, Busfahrer und Programmierer – in Gewändern, die alle Kastenunterschiede überdecken. Sie opfern Zeit, Geld und ihre Gesundheit; barfuß, auf glühenden Kohlen und Nagelbrettern kommen sie, um zu leiden. Auf ihren Spuren, als Fährtenleser in der Welt der Erleuchtung, durchstreift Pröve die Backwaters an Keralas Küsten und die Kardamomberge, er freundet sich mit Straßenkindern in Mumbai an und verliert sich in jahrtausendealten Tempeln.
„Wie sehr habe ich Indien vermisst. Dieses riesige Land, in dem die Welt Kopf steht.“
Andreas Altmann: Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch (Dumont, 2010)
Andreas Altmann ist das Gegenteil eines Esoterikers: aufgeklärt, kritisch, meinungsfreudig. Aber auch ein rastloser Reiseschriftsteller braucht Momente der Ruhe, um sich zu sammeln. So kam Altmann nach Indien. Was er suchte: Einkehr und Klarheit. Was er fand: Ein Trainingscamp des inneren Friedens.
Von Neu-Delhi fährt er nach Varanasi, erkundet die wichtigsten Stätten des Buddhismus und landet durch Zufall im Meditationszentrum von S.N. Goenka. Seit vierzig Jahren unterrichtet der Guru Buddhas wichtigste Meditationslehre. Jede Form der Ablenkung ist untersagt. Und die Regeln sind streng: Alle mitgebrachten Gegenstände werden eingesammelt, kein Radio, keine Drogen, kein Sex, kein Strom, keine Gespräche. Altmann befolgt alles, nur eines nicht: das Verbot des Schreibens.
Und ganz am Ende bewahrheitet sich die Weisheit, dass Buddha lehrt, Buddha zu überwinden. Andreas Altmann hat eine klarsichtige, persönliche und mutige Reportage geschrieben, die auch den Hiergebliebenen die Augen öffnet.
„Indien ist ein gigantischer Spiegel. Jeder darf hineinblicken und sich anschauen. Wer das Land im selben Zustand verlässt, wie er es betreten hat, kam schon als Leiche.“
Filme
Florian Gallenberger: Schatten der Zeit (Produktionsjahr: 2004)
Ravi und Masha ackern in einer indischen Teppichfabrik. Als Ravi erfährt, dass Masha an einen Mädchenhändler verschachert werden soll, opfert er selbstlos alle Ersparnisse, für Mashas Versprechen, jedes Mal bei Vollmond im Shiva-Tempel auf ihn zu warten. Jahre vergehen, bis Ravi endlich die Fabrik verlassen kann, doch wegen eines dummen Zufalls verpasst er die inzwischen berühmte Tänzerin Masha im Tempel. Weitere Jahre ziehen ins Land, bis sich die beiden inzwischen anderweitig Verheirateten zufällig wieder begegnen.
Mira Nair: Kama Sutra (Produktionsjahr: 1996)
Indien, 16. Jahrhundert. Seit frühester Kindheit verbindet die Prinzessin Tara eine enge Freundschaft mit ihrer Dienerin Maya. Taras Herrschsucht hat in dem anmutigen Mädchen aber Rachegedanken entstehen lassen, die sie schließlich kurz vor der Hochzeit ihrer Freundin in die Tat umsetzt. Maya verführt Taras zukünftigen Ehemann, den König Raj Singh, und wird danach des Hofes verwiesen. Doch Raj Singh kann Maya nicht vergessen und holt sie wenig später als Chefkurtisane zurück. Tara und Maya werden zu offenen Rivalinnen… Gedreht in Khajuraho und Umgebung!
Deepa Mehta Collection: Fire, Earth, Water (Produktionsjahr: 2005)
Feuer, Erde, Wasser – drei Elemente, die für den Menschen lebensnotwendig sind, ihn aber auch zerstören können. Nicht ohne Grund wählte die in Kanada lebende indische Regisseurin Deepa Mehta (Bollywood Hollywood) daher drei der Grundelemente als Titel ihrer Filme, die sich sowohl mit der schöpferischen Kraft des Lebens als auch seiner zerstörerischen Gewalt beschäftigen. Im Zentrum der Trilogie steht das Leben der Frauen in Indien im Konflikt zwischen Tradition und Moderne, Individuum und Gesellschaft.
Ashutosh Gowariker: Jodhaa Akbar (Produktionsjahr: 2008)
Zur Mitte des 16. Jahrhundert stehen sich in Hindustan Truppen der von Norden den Subkontinent aufrollenden, muslimischen Mughals unter Führung des blutjungen Kaisers Jalaluddin den hinduistischen Heerscharen von Rajastan gegenüber. Um weiteres Unheil abzuwenden, beschließt der König von Rajput, seine schöne Tochter Jodhaa dem Eroberer zur Frau zu geben. Der lässt der jungen Frau ihren Glauben und zeigt sich auch sonst als toleranter, milder Herrscher. Trotzdem drohen politische wie private Turbulenzen.
Die historische, wenngleich dramatisch und romantisch breit ausgeschmückte Geschichte von Indiens großem Volks- und Religionsvereiniger Jalaluddin Akbar als Gegenstand eines epischen Kostümdramas, Liebesfilms und patriotischen Bombast-Spektakels mit einem der höchsten Bollywood-Budgets überhaupt. Spektakuläre Schauwerte reihen sich aneinander, wenn Regisseur Gowariker (“Lagaan”) höfisches Leben in aller gebotenen Pracht und Feldschlachten mit tausenden von echten Statisten und Kriegselefanten zelebriert. Bollywood vom Stärksten.
Nützliche Websites
Natur und Tiere:
www.indiabirds.com
Indische Küche:
www.indianfoodforever.com
Touristische Informationen:
www.india-tourism.de
Empfohlene Impfungen:
www.fit-for-travel.de
Politik und Alltag in Indien:
www.indiatimes.com
www.india-today.com
